
Ok, die nun folgende Selbstbeweihräucherung von Carlos muß ich mir nicht reinziehen, da penne ich doch lieber.
Musikalischer Werdegang
Die ersten Töne
die ersten Töne gab es natürlich zu Hause als ich feststellte, daß ich nicht der Sohn von Rockefeller oder ein Bruder von Elvis war. Auch lebten wir nicht in L.A. sondern in Köln-Bickendorf, genauer gesagt "Klein-Moskau". Keine Öltürme weit und breit, dafür hatten meine Eltern ein Kamellenbüdchen. Ich habe erst einmal fürchterlich geschrien, was meinen Vater auf die Idee brachte, diese Litanei mit einem Instrument zu begleiten. In einem unermüdlichen Selbststudium über Jahre brachte er sich sodann 3 Akkorde auf der Gitarre bei, die mich bis ins hohe Alter begleiten sollten und später die Grundlage für meinen musikalischen Werdegang bildeten.
(early Carlos)Es sollte nicht lange dauern, dann gesellten sich weitere virituose Musikanten mit ihren Instrumenten hinzu und gaben wöchentlich daheim ein Feuerwerk musikalischer Inspirationen von sich. Was diese "Boygroup" der späten 50iger Jahre mit Gitarre, Quetsch und Mundharmonika, unter dem Sponsoring von Asbach Uralt /Wacholder, showmässig darbot, würde heute so manche Teenieband alt ausehen lassen. Doch es gab noch eine Steigerung ! Man besann sich nach jahrelangem Ostermann/Millieu-Cover auf die eigenen Fähigkeiten und komponierte und textete was die Saiten und Tasten hergaben. Hits wie "Nä,nä mer jonn noch nitt no huss" rissen mich so manche Nacht als Jugendlicher aus dem Bett und liessen mich an meiner Daseinsberechtigung zweifeln. War ich wirklich ein Sprössling dieser mozart- /verdiähnlichen Familie und wie könnte ich die Last diesen musikalischen Erbes nur tragen und es weiter entwickeln und fortführen?
Die Beatles-Ära
Hilfe (help) kam aus England. Waren auch alle Versuche meines Vaters, mir als musikalisches Vorbild zu dienen unverständlicherweise gescheitert so waren diese Töne, die ich da aus unserem 'Löwe Opta' hörte, nun der Startschuss für eine bis heute andauernde Musikerkarriere. Ich nehme es direkt vorweg: "Ja, ich habe die 3 Akkordhürde genommen". Es galt nunmehr nur noch diesen, mit der Musik gesegneten Vater davon zu überzeugen, dass sein Sprössling nun doch in seine Fußstapfen treten wird und sein musikalisches Erbe antreten will. Ja und eben eine E-Gitarre müsste schon her und die Haare und die Klamotten und überhaupt............... Nun, der Begriff E-Gitarre verwirrte dann in der Familie doch sehr und ich musste mich erst einmal einem Schulfreund meines Vaters (Dederich's Pitter) stellen, der die Ansprüche dieses familären Sonderlings erst einmal genau analysieren sollte. Aus
der Sicht meines alten Herren war dieser 'Pitter' ein begnadeter Gitarrist (mehr als 3 Akkorde) und er verfügte in der Tat über eine 'Roger' Jazzgitarre (was ich damals nicht wusste, ein qualitativ sehr hochwertiges Instrument). Leider halt eine 'dicke' Archtop die überhaupt nix mit einer flachen Framus oder Höfner gemeinsam hatte. Mein Komentar 'der Gitarre fehlt nur der Henkel zum wegwerfen' wurde dann auch mit entsprechendem Unverständnis in der Familie aufgenommen.
(early Beatles)Die erste Gitarre
Dann kam der Tag X, meine Konfirmation und die Hoffnung, dass mein heiss ersehnter Wunsch nach der Waschbrettgitarre erfüllt würde. Doch da hatte ich die Rechnung ohne meinen Vater und meinen Onkel gemacht, die irgendwo bei einem Alträucher, natürlich preiswert, eine Gitarre mit Tonabnehmer und Schlagbrett, also eine Schlaggitarre erworben hatten und mir, mittlerweile mit Beatlespony in der Stirn, dafür im Nacken Kahlschlag wegen der Kamellenbüdchenkundschaft (was soll die denn von uns denken.... Originalton meiner Mutter) diese nun freudestrahlend überreichten. Ich sah sodann meine Karriere als Beatmusiker schwinden und fuhr mit dem ebenfalls neu geschenkten Fahrrad enttäuscht in der Gegend rum und hatte Suizid-Gedanken. Doch wer mich kennt weiss, dass ich für alles eine Lösung finde und so war das auch damals schon. Nachdem ich wochenlang auf dem Teil versucht hatte meine Finger zu plazieren (die Saiten standen etwa 3 Zentimeter auf dem ersten Bund ab (war aber keine Squareneck), habe ich mir dann die Säge aus dem Werkzeugvorrat meines Vaters genommen und den Resonanzkörper in der Horizontalen durchgesägt. Da war sie, die erste Semi-Akkustik aus Bickendorfer Manufaktur und absolut nicht mehr zu gebrauchen. Jetzt schrie mein Vater und ich bezog mich auf den Hersteller und die schlechte Qualität der Gitarre, denn das musste ja jede Gitarre aushalten. Peter Townsend hatte es schliesslich vorgemacht. Doch man besann sich dann doch noch innerhalb der Familie und ich bekam meine erste richtige Solidbody-Gitarre von Höfner. 2 Tonabnehmer, na ja andere hatten 3, Tremeloarm, offene Mechaniken etc. und es ging los. Sound pur oder ?
Der erste Verstärker
Von wegen, ich hatte ja keinen Amp und nochmals die Eltern fragen? Nein, das würde das Budget des Kamellenbüdchens bei weitem überschreiten. Schon wieder nix mit der Musikerkarriere oder? Doch, da war doch noch der gute alte 'Löwe Opta' der hatte doch da hinten einen 3-fach Diodenstecker (ja, so was gab's mal) und da muss doch was gehen? Also Kabel besorgt, aufgeschlitzt und die blanken Drähte rein. Päng, das summt heute noch in meinem Körper. Im ganzen Viertel 'Klein Moskau' Stromausfall - der Schuldige ist bis heute nicht bekannt, doch ich habe überlebt. Dann gab es da noch jemanden der was vom Löten verstand und mir ein Kabel baute. Und ab ging die Post, Röhrensound pur, die Sternstunde des Bickendorfer 'Heavy Metal' war geboren, Nachbarn verliessen fluchtartig die Gegend und die Kundschaft im Kamellenbüdchen dezimierte sich schlagartig. Ich war trotzt mehrerer Fünfen in der Schule glücklich, denn was braucht man Schule wenn man Beatmusiker wird. Und überhaupt lag ich seinerzeit mit diesen Noten unter 'Musikern' noch im oberen Notenbereich. Aber da fehlte doch noch was und immer so alleine .......?

(Löwe Opta Röhrenradio - mein erster Amp)
Der erste Song
Nachdem nun für reichlich gutes Equipment gesorgt war und auch mein äusseres Erscheinungsbild Rückschlüsse
auf einen kommenden Beatstar zuliessen, fehlte eigentlich nur noch eins: ich musste irgendwie auch spielen können.
Damals war mir jedoch schon klar, dass mein Vater mit seinen 3 Akkorden als Gitarrenlehrer nicht in Frage kam. Da
half mir mein Schulfreund Wolfgang, der jemand in seiner Nachbarschaft kannte, der bereits Gitarre spielte und auch schon Bühnenerfahrung hatte. Wow, nix wie hin in den berühmt- berüchtigten Nonni-Club und Kontakte knüpfen. Ja, hier war ich richtig. Da spielten Bands wie die Blackbirds (mit Tommy Engel) und Tony Hendrik Five (später Produzent von Haddaway etc.) und die Starlions mit einem gewissen Karl-Heinz (Charly) Nicolli, der mir dann auch die ersten
Gitarrenriffs beibrachte. Der erste Song den ich spielen konnte war 'Memphis Tennessee' von Chuck Berry und basierte auf zwei Durarten. Dann ging's bergauf. Dieser Charly Nicolli spielte in der Band seines älteren Bruder, der schon im
Berufsleben stand und reichlich Equipment anschaffte. Richtige Verstärker von Echolette und Dynacord, eine Gesangsanlage und Mikrophone, einfach alles was mein Herz begehrte. Und es kam noch dicker ! Die 'älteren' Gitarristen der Band hatten nicht immer Bock zum Tanztee aufzuspielen, sondern fummelten lieber an ihren Freundinnen herum, was mir die Gelegenheit zum Ersatzgitarristen auf Abruf gab. Die Chance habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen und spielte so fast jeden Gig der Band mit. Das brachte mir reichlich Erfahrung und ein umfangreiches Beat-Repertoire ein, das für meine spätere Karriere noch nützlich sein sollte.

(Tanztee im Nonniclub 1966)
Die erste Band
Nachdem ich reichlich Erfahrung als Ersatzgitarrist gemacht hatte, musste nun die eigene Band her. Stand ich doch damals schon eher auf Songs von den Kinks, Stones und Small Faces als wie auf Beatleslieder (die ja auch recht kompliziert waren). Es flatterten Angebote von Bands aus Köln-Ehrenfeld reihenweise ins Haus und ich musste nur noch zu greifen. Da gab es diese Gruppe in der Hackländer Strasse. Enthusiastische Jungmusiker, ausgestattet mit Gitarren von Hertie und einem Verstärker mit sage und schreibe 6 Eingängen. Wie geschaffen für eine Band die ambitoniert für grössere Gig's war. 6 Eingänge, das hieß 3 Gitarren, 1 Bass und 2 Mikrophone. Ausgestattet mit einem Songpotential von 5 Lieder ging es 'on stage'. Die Bühne stand in einer Kneipe 50 Meter weiter auf der Ecke und die Vielzahl des erschienenen Publikums nahm volksfestähnlichen Charakter an. Alle Verwandten wollten ihre 'Jungs' auf der Bühne sehen, die eine grosse Karriere, ähnlich der der Beatles vor sich hatten. An der Stelle sei erwähnt, dass das kompletter 5 Song-Repertoire aus ausschliesslich englischen Stücken bestand, jedoch kein Bandmitglied der englischen Sprache mächtig war. Da das Publikum auch kein englisch verstand und sprach, glich sich das irgendwie wieder aus. Ein Sprachforscher hätte noch heute seine Freude daran, wie sich aus dem Nichts neue Sprachen entwickeln können. Bevor der erste Song zu Ende war, hatten wir für die späteren Musikheroes weltweit einen weiteren
Meilenstein gelegt. Der Primus-Verstärker mit seinen 6 Kanälen war dieser gigantischen Show nicht gewachsen und
flog mit Knall- und Nebeleffekten in die Luft. Eine Sternstunde der modernen Bühnenshow, die heute von jedem Publikum erwartet wird, führte damals zum fluchtartigen Verlassen des Lokals. Der Wirt war sauer und die erhoffte Gage blieb aus. Die Band löste sich auf und die Jungs spielten lieber wieder Fussball bei Ehrenfeld 65. Da ich nie ein Fussballfreak war, suchte ich mein Heil in der Fremde, weit weg von Ehrenfeld.
Die zweite Band
Meine Bickendorfer Schulzeit war eh zu Ende und ich wechselte zur Handelsschule nach Köln. Auch hier gab es ambitionierte Beatstars die mit Hertie-Equipment etc., raus aus dem elterlichen Dilemma hinein in die Beatszene wollten. Da waren, der neben mir auf der Schulbank sitzenden Thomas Knop (späterer Gründer vom Höhnerhoff und damit von 'de Höhner') und Heinz Leyser aus Pesch (später Köln-Pesch). Heinz hatte auch eine Band und ich durfte dort vorspielen. Mit meiner Erfahrung und dann auf dem platten Land - kein Problem, a new Star in Pesch was born. Ein wahrlich kometenhafter Aufstieg. Pesch, sollte das der Durchbruch sein? Es folgten in der Tat mehrere Auftritte und auch sangen die Bandmitglieder in englischer Sprache. Was für ein Forschritt, ja Pesch war die grosse weite Welt. Wenn da nicht die Mutter unseres Schlagzeuger's Heinz immer wieder boykottiert hätte. Der durfte einfach nichts. Weder zur Fotosession noch zu Gig's konnte er kommen, so dass wir gezwungen waren, uns einen neuen Drummer zu suchen und damit viel die ganze Band wieder auseinander.

(Auftritt im Jugendheim Pesch 1966 mit Wolfang Schumann (Vocals), Heinz Leyser (Drums) und mir an der Gitarre)

(Auftritt mit 'the questions' Messehalle Köln-Deutz 1966)
Die dritte Band
Also 'back to the roots' hiess die Devise und Ehrenfeld hatte mich wieder. Im Nonni-Club liefen ja genügend Musikanten rum und somit fand sich sehr schnell eine 'Group 66' zusammen. Alles gescheiterte Gruppenmitglieder früherer Formationen die nun hier ihre neue musikalische Heimat fanden. Es gab wirklich klasse Proberäume in diesem Jugendheim (für die damalige Zeit ein Novum) und somit hatten wir sehr schnell ein Set zusammen. Mein Vater erinnerte sich zu diesem Zeitpunkt an sein missratenes Konfirmationsgeschenk zurück und kaufte mir tatsächlich ein zwar gebrauchte, aber immerhin amerikanische Gitarre namens 'Harmony'. So ein Gretsch-Nachbau für kleine Leute aber wirklich gut bespielbar. Dazu hatte ich mittlerweile einen Echoletteverstärker mit Box und einen Schaller-Verzerrer, denn schliesslich gab es ja nun einen Jimmy Hendrix, der den Bandsound bestimmte. Wir spielten jedes Wochenende 30 Stunden hintereinander, Fr, Sa und Sonntags, 5 Monate lang wechselnd im Glaspalast und in der Bruchbude in Köln-Ehrenfeld. Es gab für diese Zeit richtig Kohle und ich konnte mir mit Unterstützung der Band einen Vox AC30 leisten. Wow, Wahnsinn ich hatte es geschafft. Freitags abends gings von der Arbeit direkt auf die Bühne, wo wir vor ungefähr 100 Jahren Zuchthaus spielten. Die Jungs hatten Freitags Geld bekommen und versoffen das dann entsprechend. So als 16jähriger dazwischen wenn die Fäuste flogen, wurde es immer ein bisschen mulmig in der Kopf- und Bauchgegend, aber als Bandmitglied war man imun und hatte immer starke Freunde. Samstags und Sonntags war dann von 3 bis um 24 Uhr Tanztee vor ca. 300 Leuten. Da war dann richtig Stimmung in der Bude und wir hatten als 'Local Hereos' alle Trümpfe in der Hand. Tolle Zeit, viel Kohle und dann kam sie......................

(Glaspalast 1967 mit Jupp Hörschler/Drums, Rudi Schupp/Gesang und mir an der Gitarre)

(Bruchbude/Grotte 1968 mit Rolf Kuczinski (keyb.), Jupp Hörschler /Meurer (Drums), und Rudi Schupp (Voc.) und mir im Hippie-Outlook mit Harmony Gitarre und Vox-Amp)

(Carlos in action)

(Bandfoto mit Harry Stottko, Rudi Schupp, Wolfgang Schumann, Heinz Trompeter und mir )

(Die selben 'Köpp' plus Heinz Leyser, der ja nie durfte, 30 Jahre später beim Oldietreff)
Die grosse Liebe
Es kam wie es kommen musste. War ich doch eher jahrlang auf die Musik konzentriert und hatte die ein oder andere Freundin so nebenbei, schlug am 11. Februar 1968 der Blitz ein. Ein Bekannter kam zu mir auf die Bühne und meinte, dass er ein Mädchen im Saal kennen würde, die auch Gitarre spielen könnte. Na, die wollte ich doch kennen lernen
und schon saß ich bei ihr am Tisch mit Klampfe natürlich. Sollte sie mir doch zeigen, was sie drauf hat. Das zeigte sie mir dann auch und wir sind heute noch verheiratet. Nach ein paar Monaten des innigen Zusammenseins verkaufte ich mein ganzes Equipment freiwillig und sagte meiner Musikerkarriere ade.
(Elke & Carlos 1968)Der Neuanfang
Die nächsten 10 Jahren hatten musikalisch keine Bedeutung mehr und ich versank im Berufs- und Familienleben. Da ich hier über meinen musikalischer Werdegang berichte, gehe ich auf andere Entwicklungen nicht ein bzw. gibt es später Links hierzu. Auf der Arbeitsstätte ergab es sich, dass ein gewisser Rudi Steimels mich ansprach und sagte, er würde mich von früher her kennen und ich hätte doch in diversen Kölner Bands gespielt. Er selbst wäre ja auch noch als Sänger aktiv und wir sollten doch mal was zusammen machen. Puh, 10 Jahre Auszeit und dann das ! Und ohne entsprechendes Equipment, denn ich besaß lediglich eine 12-saitige Epiphone, die mir meine Frau 1969 geschenkt hatte. Und ausser Dylan und Donovan hatte ich nichts mehr gespielt, was sollte das nur werden? Doch ich ließ mich darauf ein und mein Vater (ja,der musste nochmal mit seinem schlechten Gewissen herhalten) finanzierte mir meinen langersehnten Traum, eine Gibson Les Paul. Dazu ein Marshall 50 Watt und schon stand ich im Proberaum am Barbarossaplatz. Mein Gott, war ich grottenschlecht....... 10 Jahre keine Übung und jetzt mit richtigen Musikern, dass war absolute Schei.... Also üben, üben,üben. Statt Sologitarre kam nur der Rhythmus-Gitarrenjob für mich in Frage.
Rudi wechselte dann die Band und nahm mich mit. Schon war ich wieder in Ehrenfeld, kennen wir doch oder?

(Formation aus den späten 70igern mit Ex-Musikern von den 'Tommy Guns' Udo Löffler, Gitarre, Manni Kayser, Drums (leider viel zu früh von uns gegangen) und Frieder Viehmann, Keys, der ja auch schon bei Tony Hendrik Five in den Sechzigern spielte und ein Basspieler namens 'Jüppchen', dazu Rudi und ich nicht sichtbar)
Die Jungs spielten so ne Art 'New Wave Rock'n Roll', was mich eigentlich überhaupt nicht antörnte aber ein sehr gutes Training für's Gitarrespielen war. Nach wieder erlangter Fähigkeit die Finger auf dem Griffbrett zu halten, musste musikalisch was 'Eigenes' her (Freud'cher Wiederholungszwang) und ich entschloss mich, selber zu komponieren und zu texten. Dazu eine neue Formation mit wechselnden Musikern, bis die endgültige Crew gefunden war.
Bajage
Authentische Musik mit eigenen Texten in kölscher Sprache war der musikalische Zeitgeist der frühen 80iger Jahre in Köln. Also nix wie druff auf den Zug. Dazu ein erfahrener Sänger, der mich 20 Jahre lang musikalisch begleiten sollte, gute, virituose Musiker und sogar Sponsoren, na was sollte da noch schief gehen ? Aber bitte, nur kein Karneval! So geschehen kam ein beträchtliches Repertoire zusammen frei nach dem Motto 'Lieder die die Welt nicht braucht' und auch eine handvoll Gig's vor dem ein- oder anderen Zwangsverpflichteten. Und dann hatten wir doch ganz andere Probleme, denn in den 80iger gab es kaum Schuppen wo man Live-Mucke machen konnte, schwebte die zahlende Jugend doch im Saturday Night und Abba Fieber. Da brauchte man keine Live-Kiste. Und wenn, dann musste der Sound stimmen (wie auf CD), also wurde LKW-weise Zeug angekarrt. Ein Tag Aufbau, ein Gig vor 8 zahlenden Leuten, 1 Tag Abbau und alles wieder zurück in den Proberaum. Dazu die Arbeit mit dem Komponieren und Texten für Songs, die bis heute noch in der Schublade schlummern.

(Hubert Atts mit mir 'on Stage' Mitte der 80iger mit Grossbildleinwand im Hintergrund, wie gigantisch!)

(meiner einer mit Strativari auf nem Gig, upps da war ich ja noch schlank!)

Um es kurz zu machen, die Sponsoren wollten eine CD (oder war es noch Platte?) mit uns machen. Wir waren im Studio für die Aufnahmen und sollten nun vermarktet werden. Im Klartext: Profimusiker. Ich bin abgesprungen, da ich in meiner gerade gegründeten Firma doch mehr Perspektive sah. So wurde alles wieder verkauft und bin auf Studiotechnik umgestiegen, bis heute. Von einigen damaligen Bandmitgliedern weiß ich ich, dass sie noch aktiv sind und durchaus ihren Weg in der Musik machen. Wie z.B. Andreas Tsangarakis bei der Kölner Formation "Null221",
Dieter Wienand, der begnadete Pianist als Obertonsänger oder Peter Otten bei "Sixt' n Otten".
Just for friends
Zwischendurch gab es die üblichen Livegig's 'just for friends'. Da ist man relativ sicher, den erhofften Beifall zu bekommen, auch wenn sich manche Bekannte wirklich zwangsverpflichtet fühlten.

(Mit Udo Löhr ein 'Blues Brother Cover' just for friends)

(Sänger Peter Otten mit Bluesharp im Jahr 2000 im Kesselchen in Sinnersdorf)


(Peter, unser Sohn Jens am Piano und meiner einer bei uns zu Hause 'just for friends' Konzert)
Also, sollte sich bei meinen Liveambitionen nochmals was ändern, würde diese Seite fortgeführt. Aber da ich mit meinen nunmehr fast 61 Lenzen die Lautstärke kaum noch ertragen kann und ich mir vor Jahren beim kochen am linken Ringfinger die Kuppe fast abgesäbelt habe, ist der 'Beat- und Rockstar' in mir endgültig abgehakt
und ich werde nur noch produzieren.
und ich werde nur noch produzieren.
Euer Carlos